Checkliste Shootingvorbereitung | #2
Newsletter | Oktober 2025
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von Lioba Schneider
Architekturfotografin

Der Grund, warum ich Fototermine so spät wie möglich fixiere

Newsletter #2 | 11. August 2026

Liebe Leserin, lieber Leser,

ein Fototermin steht. Die Vorhersage sah gut aus. Und dann, am Morgen des Shootings selbst, schiebt sich doch noch eine dünne Wolkendecke von Norden herein. Anders als vorhergesagt. Genau das ist der Moment, in dem ich manchmal alles noch mal umwerfe.

Warum erst zwei bis drei Tage vorher? Weil meine Erfahrung aus über 15 Jahren Architekturfotografie zeigt: Alles, was weiter in der Zukunft liegt, ist zu vage. Eine Vorhersage über eine Woche hinweg ist mehr Kaffeesatzleserei als Planungsgrundlage. Deshalb treffe ich finale Absprachen bewusst erst kurzfristig. Das ist keine Unentschlossenheit, sondern Erfahrungswert.

Wie läuft das konkret ab? Oft überlässt mir das Büro die Einschätzung ganz – ich beobachte die Vorhersage und entscheide als Architekturfotografin selbstständig, wann der Termin passt. Ich halte Sie dabei nicht ständig auf dem Laufenden, so viel Abstimmung wie nötig, so wenig wie möglich. Sollte sich das Wetter kurzfristig doch anders entwickeln als gedacht, rufe ich an und wir verschieben auf einen Termin mit besseren Bedingungen. Unkompliziert, ohne großes Prozedere.

Etwas anders läuft es, wenn nicht das Wetter, sondern die Baustelle bzw. das Bauprojekt selbst den Zeitplan bestimmt. Wenn Gewerke den ursprünglichen Termin durchkreuzen, halte ich immer Rücksprache mit der Kundin oder dem Kunden; sie kennen den Bauablauf am besten und wissen, was als Nächstes ansteht.

Und wenn beides zusammenkommt  – enges Zeitfenster und schlechtes Wetter? Manchmal steht der Einzug tagesgenau fest und gute Fotos sind nur davor möglich. Dann fotografiere ich trotzdem, so gut es geht. Bauabsperrungen, ein zu grauer Himmel oder unfertige Stellen im Bild lassen sich im Nachhinein oft noch retuschieren. Am Ende zählt für mich: Sie bekommen die bestmöglichen Bilder, auch wenn der Tag selbst nicht perfekt war. Ob Gebäudefotografie von außen oder Interieurfotografie im Inneren, dieser Anspruch gilt für beides gleich.

Damit ein Termin von Anfang an reibungslos läuft, habe ich unten eine kleine Checkliste angehängt. Verschiedene Punkte, die wir vor dem Shooting durchgehen sollten.

Wenn Sie überlegen, wann der richtige Zeitpunkt für Ihr nächstes Projekt ist: sprechen Sie mich gerne an. Wir finden gemeinsam ein Fenster, das passt.

Bis bald,
Lioba

 

 

Anhang: Checkliste vor Shooting-Beginn (10 Punkte)

  1. Welche Unterlagen sollte ich der Fotografin vorab schicken? Entwurfspläne und Renderings, die genaue Adresse, Vorab- (Handy-)Fotos
  2. Wetterprognose: Vorhersage für den geplanten Tag (2–3 Tage Vorlauf)
  3. Alternativtermin: Ausweichdatum bei kurzfristiger Wetteränderung vorab abgestimmt
  4. Baufortschritt vor Ort: Sind alle relevanten Gewerke fertig, oder gibt es noch offene Restarbeiten?
  5. Bauabsperrungen/Baustellenreste: Wo im Bild sichtbar, ggf. vorab entfernbar oder für Retusche vormerken
  6. Ansprechpartner vor Ort : Wer schließt auf, kennt sich mit dem Lichtsystem und der Jalousiensteuerung aus, wer ist bei Rückfragen erreichbar?
  7. Möblierung/Ausstattung: Abgestimmt, aufgeräumt, ggf. temporär entfernt oder ergänzt? Welche Requisiten bringe ich mit? Ist ggf. eine Stylistin nötig?
  8. Lichtverhältnisse zur Tageszeit: Sonnenstand, gewünschte Tageszeit (z. B. Dämmerung, Mittagslicht) grob geplant
  9. Fokus auf außen oder innen: Prioritäten für den Tag, falls nicht alles machbar ist
  10. Drohnen-Freigabe: Falls Luftaufnahmen gewünscht: rechtliche Lage vor Ort geklärt (Flughafennähe etc.) – das übernehme ich für Sie.