Der Grund, warum ich Fototermine so spät wie möglich fixiere
Newsletter #2 | 11. August 2026
Liebe Leserin, lieber Leser,
ein Fototermin steht. Die Vorhersage sah gut aus. Und dann, am Morgen des Shootings selbst, schiebt sich doch noch eine dünne Wolkendecke von Norden herein – anders als vorhergesagt. Genau das ist der Moment, in dem ich manchmal alles noch einmal umwerfe. Die Architektin wollte das Gebäude im direktem Sonnenlicht sehen.
Warum lege ich mich erst zwei bis drei Tage vorher fest? Weil meine Erfahrung aus über 15 Jahren Architekturfotografie eines ganz klar zeigt: Alles, was weiter in der Zukunft liegt, ist zu vage. Eine Vorhersage über eine Woche hinweg ist mehr Kaffeesatzleserei als Planungsgrundlage. Deshalb treffe ich finale Absprachen bewusst kurzfristig. Das ist keine Unentschlossenheit, sondern Erfahrungswert.
Wie läuft das konkret ab?
Oft überlässt mir das Büro die Einschätzung ganz. Ich beobachte die Vorhersage und entscheide als Architekturfotografin selbstständig, wann der Termin passt. Dabei gilt: so viel Abstimmung wie nötig, so wenig wie möglich. Entwickelt sich das Wetter kurzfristig doch anders als gedacht, rufe ich an, und wir verschieben auf einen Termin mit besseren Bedingungen. Unkompliziert, ohne großes Prozedere.
Etwas anders läuft es, wenn nicht das Wetter, sondern die Baustelle selbst den Zeitplan bestimmt. Durchkreuzen Gewerke den ursprünglichen Termin, halte ich immer Rücksprache mit der Kundin oder dem Kunden. Sie kennen den Bauablauf am besten und wissen, was als Nächstes ansteht.
Und wenn beides zusammenkommt – enges Zeitfenster und schlechtes Wetter? Manchmal steht der Einzug tagesgenau fest, und gute Fotos sind nur davor möglich. Dann fotografiere ich trotzdem, so gut es geht. Bauabsperrungen, ein zu grauer Himmel oder unfertige Stellen im Bild lassen sich im Nachhinein oft noch retuschieren. Am Ende zählt: Sie bekommen die bestmöglichen Bilder, auch wenn der Tag selbst nicht perfekt war. Ob Gebäudefotografie von außen oder Interieurfotografie im Inneren, dieser Anspruch gilt für beides gleich.
Ein Termin läuft aber nicht nur wegen des Wetters reibungslos. Vieles davon entscheidet sich schon Tage vorher, an ganz anderen Stellen. Deshalb habe ich weiter unten aufgeschrieben, was sich in der Praxis immer wieder als entscheidend erweist: das eine bringen Sie mit, um das andere kümmere ich mich.
Wenn Sie überlegen, wann der richtige Zeitpunkt für Ihr nächstes Projekt ist: Antworten Sie einfach auf diese Mail. Wir finden gemeinsam ein Fenster, das passt.
Bis bald!
Lioba
Checkliste vor Shootingbeginn
Das kommt von Ihnen:
- Unterlagen vorab: Entwurfspläne, genaue Adresse, erste Eindrücke, z. B. per Handyfoto
- Ein Ansprechpartner vor Ort, der aufschließt und sich mit Lichtsystem und Jalousiensteuerung auskennt
- Rückmeldung zum Baufortschritt: Sind alle relevanten Gewerke fertig, oder gibt es noch offene Restarbeiten?
- Abstimmung zur Möblierung: aufgeräumt, ergänzt, ggf. Requisiten oder eine Stylistin nötig
- Priorität für den Tag: Außen oder Innen zuerst, falls nicht alles machbar ist
Das übernehme ich für Sie:
- Die Wetterprognose im Blick behalten, zwei bis drei Tage im Voraus
- Einen Alternativtermin organisieren, falls sich das Wetter kurzfristig ändert
- Bauabsperrungen oder Baustellenreste im Bild erkennen und für die Retusche vormerken
- Die Lichtplanung fürs Fotoshooting: Sonnenstand und beste Tageszeit einschätzen, ob Dämmerungsaufnahme oder Mittagslicht
- Die Drohnen-Freigabe: rechtliche Lage vor Ort klären, etwa bei Flughafennähe
